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U-35 Besatzungsmitglied Dr. Karl Rabe


Erinnerungen von Gottfried Dukes (U-39):

Es gab einen Mann im Lethbridge Lager, der immer zu entkommen versuchte. Sein Name war Rabe; er war Leutnant in der Marine gewesen, aber zum einfachen Soldaten wegen Misshandlung der Mannschaftsgelder degradiert worden. 1943 versuchte er viermal, das Lethbridge Lager zu verlassen. Im Frühsommer machte er sich sorgfältige Notizen über die Wachen und ihre Abwechslungen. Jeden Abend wurden große, leere Holzkisten zur Brotabfertigung zwischen den inneren und äußeren Lagertoren aufgestellt. Eines Abends versteckte er sich in der Kiste und befreite sich mit einer selbstgemachten Handsäge als er die Wachtposten fort wusste. Leider machte die Säge mit dem Vibrieren des Leichtholzes einen riesigen Lärm. Der Wachsoldat kam, um auszukundschaften. 20 weitere Soldaten beobachteten Rabes Ausstieg. Man rasierte seinen Kopf kahl und steckte ihn 14 Tage in den Knast.
Im weiteren Spätsommer studierte Rabe das Abflusssystem des Lagers und beschloss, durch die Abflussrohre zu entkommen. Erfolgreich geriet er in die Rohre, hatte jedoch ein Fluchtsignal mit den Kameraden vereinbart. Stunden vergingen; kein Signal. Endlich hörten die Gefangenen einen schwachen Hilferuf. Sie liefen zu den Wachen und baten um Hilfe. Gottfried Dukes war einer aus der Rettungspartei. Welche Erlaubnis bekam, bewacht zum Abflussausgang zu gehen. Dort fanden sie Rabe am Gitterausgang eng angepresst am Ende des Tunnels und von Wasser umgeben. Er hielt sich krampfhaft fest, sein Gesicht von Papier, Holz und leeren Flaschen umgeben, sowie großen Unrat, zitternd vor Kälte, seinen Mund im stinkenden Abfluss. Wieder eine Kahlscherung und zwei Wochen im Gefängnis.
Der dritte Fluchtversuch umfasste elektrische Leitungen, welche die Lager-Gebäude in Verbindung brachten. Eines Abends nahm Rabe zwei Räder, verband sie durch eine Stange und rollte auf den Leitungen davon. Wieder ein Hilferuf! Diesmal hing ein Stück Leitung teilweise herunter, welche zwischen den Zäunen die Verbindung herstellte, und Rabe hing 3 Meter über dem Boden so halbwegs zwischen den Pfählen. Er wagte nicht herunterzuspringen, da er wegen der Dunkelheit nicht wusste, wo er landen würde. Diesmal holten ihn die Gefangenen herunter, bevor die Wachen das Geschehnis bemerkten. Also kein Haarschnitt u. keine Strafe für Rabe.
Der gewagteste Fluchtversuch dieses Fliehsüchtigen umfasste den Bau eines Heißluftballons, um über den Stacheldraht fortzufliegen. Gottfried Dukes erlernte das Zusammennähen des Ballonstoffes. Zehn Gefangene halfen beim Zertrennen der Schlafsäcke, beim Eintunken in einer Kleisterlösung und beim Trocknen auf den Heizröhren. Die großen Laken wurden mit der Hand Zusammengenäht – und bald nahm der Ballon Form an. Endlich kam die passend dunkle, bewölkte Nacht mit Westwind. Sie legen den Ballon gut zusammen und füllen ihn mit Gas. Ein richtiges Monster, so 24 Fuss lang und zehn Fuss breit. Wir waren alle aufgeregt; dies war die klare Sache. Die Gemütstimmung sank bald. Obgleich der Ballon bis zum Bersten angefüllt war, stieg der Ballon keinen Zentimeter. Da sass er wie ein dicker Kürbis. Das Hitzegas war schwerer als die Luft, es war unmöglich, den Ballon vom Boden aufzuheben. Das Ereignis wurde nie gemeldet, soweit ich weis.[16]


Dr. Rabe hat mit einmal als ich Grippe hatte geholfen. Er war wegen einer Veruntreuung des - oder Teil davon - Boots-Geldes der Mannschaft, degradiert worden. Ich denke, dass die monatlichen kuriosen Fluchtversuch des Matrosen Rabe, nur um des Berichtes Willen ueber den schwedischen Konsul nach Deutschland, statt gefunden haben.
"Wurden Fluchtversuchen unternommen?" - "Ja, von Matrosen Rabe."
[77]


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